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Betrug auf Vinted: mit welcher Masche Käufer:innen um ihr Geld gebracht wurden

Durch eine neue Betrugsmasche auf der Secondhand-Plattform Vinted werden Käufer:innen gleich doppelt zur Kasse gebeten. Wieso Menschen beim Kauf auf Vinted eine zusätzliche Rechnung von Zalando erhalten und wie solche Betrugsmaschen auch Auswirkungen auf Marken und ihr Image haben, erfahren Sie in diesem Artikel.

Vinted ist ein C2C-Marktplatz für Secondhand-Produkte vieler verschiedener Kategorien, darunter Mode, Schmuck, Elektronik, Bücher, Deko und vieles mehr. Derzeit ist Vinted in 15 Ländern in Europa und Nordamerika präsent und ein für Verkäufer:innen als auch für Käufer:innen gleichermaßen beliebter Marktplatz - und neuerdings auch für Betrüger:innen.

Screenshot der Homepage von Vinted.com
Screenshot der Homepage von Vinted.com

Betrug aus erster Hand

Wenn Sie Secondhand-Artikel online bestellen, erwarten Sie, dass diese in einem Zustand von fast neu bis hin zu stark gebraucht bei Ihnen ankommen. Vinted-Kund:innen sind in letzter Zeit jedoch auf ein verblüffendes Phänomen gestoßen: Anstelle der bestellten Secondhand-Artikel standen nagelneue Artikel vor ihrer Tür - zusammen mit einer Rechnung von Zalando.

Wie sich herausstellte, handelte es sich dabei nicht um einen zufälligen Fehler, sondern um vorsätzlichen Betrug.

Die aktuelle Betrugsmasche ist recht einfach: Es wird ein Fake-Angebot über ein Secondhand-Produkt zu einem sehr guten Preis auf Vinted eingestellt. Sobald eine Person dieses Produkt auf Vinted kauft, bestellen die Betrüger:innen denselben Artikel im Neuzustand bei Zalando - und zwar im Namen und mit Lieferanschrift des/der Vinted-Käufer:in. Da bei Zalando auch Zahlungen per Rechnung möglich sind, geben die Betrüger:innen bei der Masche keinen Cent aus und lassen vielmehr die Vinted-Käufer:innen gleich auf zwei Rechnungen sitzen: die Kosten für die Bestellung auf Vinted und die nicht bestellte Neuware von Zalando.

Die Ursache des Problems bei dieser Betrugsmasche liegt bei beiden Websites. Es ist relativ einfach, ein Verkäuferkonto auf Vinted zu eröffnen, man muss nur einen Namen, eine E-Mail-Adresse und ein Passwort angeben. Namen von Verkäufer:innen sind nicht sichtbar, sondern nur ein selbst gewählter Benutzername. Außerdem ist das Einstellen eines Angebots auf Vinted kostenlos, was Betrüger:innen, die ohne großen Aufwand oder Investitionen leichtes Geld verdienen wollen, einen deutlichen Anreiz bietet.

Screenshot eines zufälligen Angebots von Vinted.com mit dem Nutzernamen des/der Verkäufer:in in der unteren rechten Ecke
Screenshot eines zufälligen Angebots von Vinted.com mit dem Nutzernamen des/der Verkäufer:in in der unteren rechten Ecke

Ähnlich einfach ist es, ein Konto bei Zalando zu erstellen. Die Plattform verlangt keinen Identitätsnachweis, was bedeutet, dass Betrüger:innen Kundenkonten mit praktisch jedem Namen und jeder Adresse erstellen können.

Aufgrund des öffentlichen Aufruhrs von Betrugsopfern und dank der investigativen Arbeit von Journalisten des deutschen Magazins Spiegel ist die Masche nun aufgeflogen. Sowohl Zalando als auch Vinted sind sich des Problems bewusst und haben versprochen, Maßnahmen dagegen zu ergreifen. Wie genau diese Maßnahmen aussehen werden, bleibt noch abzuwarten.

Zalando hat jedenfalls schon erste Ratschläge für Personen in dieser Situation veröffentlicht. Sollten Sie ein Paket von Zalando erhalten, obwohl Sie nichts auf der Plattform bestellt haben, informieren Sie die Polizei sowie Zalando und Vinted so schnell wie möglich, auf jeden Fall aber innerhalb von zwei Tagen, denn das ist die Frist, bevor die Betrüger:innen Ihr Geld erhalten. Zalando verspricht, das in betrügerischer Absicht auf Ihren Namen eröffnete Konto zu sperren und die betreffende Bestellung zu stornieren.

Das Problem mit Second-Hand-Plattformen

C2C- oder Secondhand-Marktplätze sind eine großartige Möglichkeit für Verbraucher:innen, gut erhaltene gebrauchte Produkte zu verkaufen oder zu erwerben. Zum einen reduzieren Secondhand-Käufe Abfallmengen und zum anderen hilft es den Verbraucher:innen, Geld zu sparen, was sowohl den Menschen als auch der Umwelt zugutekommt. Auch Marken, die umweltbewusster handeln wollen, können C2C-Marktplätze als Grundlage für die Suche und Wiederverwendung alter Produktteile nutzen.

Viele solcher Marktplätze gibt es auf der ganzen Welt, und einige von ihnen sind bei Verbraucher:innen recht beliebt, wie der Facebook-Marktplatz oder eBay Kleinanzeigen. Allerdings sind Privatpersonen nicht die einzigen Akteure, die auf solchen C2C-Plattformen aktiv sind.

Wie wir im obigen Fall gesehen haben, werden solche Marktplätze auch als Gelegenheit für Betrugsmaschen genutzt. Getarnt als Privatpersonen (oder als seriöses Unternehmen, sofern die Plattform ihre Präsenz zulässt) verleiten Betrüger:innen Menschen dazu, vermeintlich sichere Käufe zu tätigen. Möglich ist dabei jede Form von Betrug, vom Verkauf gefälschter Produkte bis hin zu Datendiebstahl oder dem oben beschriebenen ausgeklügelten Vinted-Zalando-Betrug.

Werfen wir einen Blick auf einige der beliebtesten C2C-Plattformen in Europa.

Kleiderkreisel (jetzt Vinted)

Kleiderkreisel wurde 2009 gegründet und entwickelte sich zu einem der beliebtesten C2C-Marktplätze zum Tauschen, Verkaufen und Verschenken von Kleidung und Accessoires in Deutschland. Die Muttergesellschaft Vinted hat die Plattform Ende 2020 umbenannt, sodass die ehemalige Kleiderkreisel-Website und die mobile App nun unter dem Namen Vinted firmieren.

Shpock

Shpock ist ein weiterer beliebter C2C-Kleinanzeigenmarktplatz mit Hauptsitz in Österreich, der jedoch in vielen Ländern, darunter Großbritannien und Deutschland, aktiv ist. Verbraucher:innen können Inserate in verschiedenen Kategorien aufgeben, darunter Mode, Gesundheit und Schönheit, Sport, Elektronik, Wohnkultur und vieles mehr.

Gumtree

Gumtree gehört zu eBay und ist in vielen Ländern aktiv, darunter im Vereinigten Königreich, Australien und Neuseeland. Gumtree bietet auch Unternehmen die Möglichkeit, Inserate aufzugeben, und ist in Kategorien wie Automobil, Gesundheit und Schönheit, Mode und Möbel sehr beliebt; es gibt sogar eine Seite für Stellenanzeigen.

Was den Online-Markenschutz betrifft, so haben alle C2C-Marktplätze die gleichen allgemeinen Probleme. Die Produkte stammen aus zahlreichen ungeprüften Quellen, und da es sich bei den Verkäufer:innen um Privatpersonen handelt, fehlen in den Angeboten die Angaben zur Identifizierung, die professionelle Verkäufer:innen normalerweise machen müssen, wie z. B. eine Geschäftsnummer oder eine Adresse.

Betrüger:innen können daher leicht auf diese Plattformen gelangen und markenrechtsverletzende Angebote einstellen.

Online-Markenschutz auf C2C-Marktplätzen

Glücklicherweise funktionieren die Online-Markenschutzdienste von globaleyez auch auf diesen Plattformen. Unser Marktplatz Monitoring Service deckt unter anderem auch auf C2C-Marktplätzen potenziell IP-verletzende Angebote auf. Ergänzend dazu ermittelt unser Image Monitoring Service Bilder Ihrer Produkte oder von Nachahmungen, die in Inseraten auf Marktplätzen oder einzelnen Webshops eingesetzt werden.

Aufgrund der Begebenheiten dieser C2C-Plattformen wird ein Monitoring tonnenweise markenbezogene Angebote und Suchergebnisse hervorbringen, die von Privatpersonen erstellt und nicht zum Zwecke der kommerziellen Gewinnerzielung im Namen Ihrer Marke eingestellt wurden. Hier kommen uns die umfangreichen Filter unserer Software und unsere jahrzehntelange Erfahrung zu Hilfe. Unsere Online-Markenschutzexpert:innen sind in der Lage, betrügerische Angebote von authentischen, von Privatpersonen eingestellten Angeboten zu unterscheiden und Ihnen umsetzbare Ratschläge zu möglichen nächsten Schritten zu geben.

Sollte Ihre Marke einen handfesten, gerichtsverwertbaren Beweis für die Handlungen der Betrüger:innen benötigen, empfehlen wir einen Testkauf, um so viel wie möglich über die Herkunft des Produkts und die Identität der fraglichen Verkäufer:innen zu erfahren. Wir können vermutete betrügerische Machenschaften recherchieren und nach Schwachstellen in ihren Abläufen suchen.

Außerdem dokumentieren wir alle unsere Vorgänge in gerichtsverwertbarer Weise, z. B. versieht unser Tool screenseal unsere Screenshots mit rechtlich anerkannten Zeitstempeln, um Sie bei Ihrer Argumentation vor Gericht zu unterstützen.

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Fazit

Marken sind vor betrügerischen Handlungen auf C2C-Marktplätzen nicht gefeit. Denn wenn Ihre Produkte mit Betrug in Verbindung gebracht werden, leidet Ihr Ruf unweigerlich darunter. Wenn Sie etwas gegen IP-Rechtsverletzungen aller Art auf C2C-Marktplätzen oder darüber hinaus unternehmen möchten, dann kontaktieren Sie jetzt globaleyez und lassen Sie uns gemeinsam loslegen.

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