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Steht der Einzelhandel vor dem Aus? Warum 2020 dem Online-Shopping einen weiteren Sprung nach vorn beschert hat

 

Ein weiteres Flaggschiff des Einzelhandels sinkt: das bekannte britische Warenhaus Debenhams hat im April 2020 Insolvenz angemeldet. Seitdem wird darum gerungen, das seit 1778 bestehende Urgestein zu retten.

Aktuell verhandelt Debenhams mit der Frasers Gruppe über eine potentielle Übernahme - andere Unternehmen hatten die Gespräche bereits abgebrochen. Doch die Zeit läuft davon, und sollten auch diese Verhandlungen scheitern, so fällt ein weiterer ehemaliger Einzelhandelsgigant - und mehr als 12.000 Jobs mit ihm.

Debenhams ist nur der neueste Fall in einer langen Reihe von ehemaligen Handelsgiganten die viele oder sogar alle ihrer Filialen schließen mussten. Sears, Macy’s, Toys R Us und J.C. Penny sind einige der bekannten Ketten, die in den USA über die letzten Jahre hinweg mehr und mehr Filialen schließen mussten.

Während sich dieser Trend bereits in den frühen 2010ern abzeichnete, so erreichte er 2017/18 ein neues Level, das zurecht den Namen “The Great Retail Meltdown” oder sogar “Apocalypse” trug. Ein Blick auf die Zahlen genügt, um einzusehen dass diese Benennung keinesfalls übertrieben oder melodramatisch ist.

So schlossen alleine in den USA mehr als 19.000 Geschäfte im Jahr 2018, 4000 mehr als im Vorjahr (zum Vergleich: 2016 schlossen 7.000, 2015 weniger als 2.500 Geschäfte).

2019 erholte sich der Einzelhandels etwas und die Zahl der Schließungen sank auf 8.500, aber das war nur eine kurze Erholung vor dem nächsten Schlag: die Corona-Pandemie.

Dieses Phänomen übertrug sich auf die ganze Welt - viele andere Länder sahen mit Schrecken, wie altbekannte Ketten ihre Türen schlossen.

So zum Beispiel Galeria Karstadt Kaufhof in Deutschland. Das Unternehmen hat viele kostspielige Fusionen und Insolvenzverfahren hinter sich, die zur Schließung von mehr als 40 Filialen führten. Hierdurch gingen über 4000 Jobs verloren. Die Warenhauskette erhofft sich nun einen Neustart, allerdings sieht die Zukunft nicht sehr rosig aus: der stetig wachsende Onlinehandel ist ein starker Konkurrent, und durch den Lockdown ist nun auch das wichtige Weihnachtsgeschäft gefährdet.

Weniger stationär, mehr online

Im Vergleich dazu ist E-Commerce mit seinen verschiedenen Bereichen, wie sozialem und mobilem Shopping, im stetigen Wachstum. Aktuell ist dergesamte e-Commerce Markt der Welt 3.5 Billionen USD wert, 1.92 Milliarden Leute kauften online ein (diese Zahlen berufen sich auf Daten vor 2020 - durch den Lockdown sind diese Zahlen mit Sicherheit also noch weiter gestiegen). Der Trend wird wohl so weitergehen - 2023 wird E-Commerce schätzungsweise 22% der globalen Transaktionen ausmachen (aktuell liegt dieser Wert bei 14.1%).

Der wachsende Einfluss hat viele traditionelle Geschäfte zum Umdenken gezwungen. Bekannte Marken wie H&M, C&A und Walmart, die bisher nur in den Innenstädten präsent waren, haben ein Onlinesortiment aufgebaut, um im Rennen zu bleiben. Es ist allerdings schwierig, Giganten wie Amazon, eBay und AliExpress in ihrem eigenen Revier zu schlagen. 75% der eCommerce Suchanfragen landen bei Amazon.

Es lässt sich also feststellen, dass der stationäre Einzelhandel schon seit Jahren mit dem stetig wachsenden E-Commerce zu kämpfen hat. Durch die Corona-Pandemie hat sich dieses Problem noch einmal verschärft.

Einzelhandel gegen Corona

Leider konnte sich niemand, weder Individuen noch Wirtschaftszweige den Auswirkungen der Corona-Pandemie entziehen, die die ganze Welt innerhalb weniger Wochen zum Stillstand gezwungen hat. Vom Anbeginn der Pandemie an haben das Virus und die Maßnahmen zur Eindämmung gleichermaßen Menschen, Betriebe und ganze Länder beeinflusst. Die gesamte Weltwirtschaft wird 2020 voraussichtlich um 5.2% sinken.

Die Geschäftsschließungen im März (und, in vielen Ländern auch im Oktober/November) führte zu einem globalen Rückgang der Käufe im Einzelhandel um 5.7%. In der EU alleine beläuft sich der resultierende Verlust auf 3.2 Milliarden Euro.

Der E-Commerce bietet einen starken Kontrast hierzu. Amazon hat im zweiten Quartal einen Zuwachs von 47% im Vergleich zum Vorjahr verbucht.

Das Wachstum von E-Commerce wurde durch die Corona-Pandemie definitiv beschleunigt: in den USA nahmen Onlinekäufe um 32.7% zu. Ein generelles Wachstum von E-Commerce war abzusehen - vor der Pandemie lag die Schätzung jedoch bei gerade mal 18%.

Ein OECD Bericht zeigt einen Anstieg der Lieferungen um 30% im Frühjahr 2020, während zugleich der stationäre Einzelhandel um 17.9% schrumpfte. Das fasst die Situation ziemlich gut zusammen: es wird weniger eingekauft, und wenn, dann vermehrt online.

Neben den klassischen E-Commerce-Riesen belohnt dieses Phänomen auch traditionelle Einzelhandelsunternehmen, die bereits einen funktionierenden Onlineshop aufgebaut haben. Die ansteigende Nachfrage strapazierte viele Shopping Apps, und Händler:innen hatten alle Hände voll zu tun, um die Flut an Bestellungen zu bewältigen.

Allerdings birgt das Anbieten von Waren online auch viele Gefahren. Abgesehen von den offensichtlichen Herausforderungen (die stetig wachsende Nachfrage bewältigen, Lagern und Verpacken, Versenden, etc.) sehen sich Marken auch Gefahren durch Fälschungen, Graumärkten, Urheberrechtsverletzung und vielem anderen ausgesetzt. Diese Gefahren sollten nicht auf die leichte Schulter genommen werden, da sie einer Marke deutlich und nachhaltig schaden können.

Das Weihnachtsgeschäft als Retter in der Not?

Alles in allem scheint es, dass 2020 ein katastrophales Jahr für den stationären Einzelhandel war. Mit nahezu weltweiten Lockdowns hofften viele Unternehmen darauf, mit dem Weihnachtsgeschäft zumindest das schlimmste zu verhindern. Normalerweise machen die letzten zwei Monate nämlich 30% des gesamten Jahresumsatzes aus.

Allerdings ist, wie so vieles, auch das Weihnachtsgeschäft in diesem Jahr anders. So wurden Geschäfte, die nicht im täglichen Bedarf benötigt werden, im Dezember wieder geschlossen.

Aber auch dort, wo die Geschäfte geöffnet sind, unterscheidet sich das Einkaufserlebnis der Kunden stark von der üblichen fröhlichen Jagd nach Weihnachtsgeschenken. Anstatt sich bei der Geschenkeauswahl Zeit zu lassen, während man fröhlichen Festtagsliedern lauscht, wird darum gebeten möglichst zügig einzukaufen, Masken zu tragen und Abstand zu halten.

Auch wenn es bis zum Anfang von 2021 keine endgültigen Zahlen geben wird, so fürchtet der stationäre Einzelhandel durch das ruinierte Weihnachtsgeschäft um seine Existenz. Als Gewinner geht - mal wieder - der Onlinehandel hervor: einige Schätzungen sehen den Anteil von E-Commerce am Weihnachtsgeschäft bei 35%. In den vergangenen Jahren lag dieser Wert bei 10-15%.

Gefahren beim Onlineshopping

Genauso wie Marken müssen auch Kund:innen einige Herausforderungen beim Onlineshopping meistern. Produkte nicht ausprobieren zu können oder lange auf Lieferungen zu warten ist hier nur die Spitze des Eisberges.

Heutzutage wird auch der Kauf auf "trashigen" Marktplätzen, die schamlos Fälschungen und Waren von schlechter Qualität verkaufen, immer populärer. Durch ihr aggressives Marketing auf beliebten Social Media Plattformen werden Leute oft dazu verleitet, bei ihnen einzukaufen. Was soll bei einer Werbung, die auf Facebook geschaltet wird, schon schiefgehen?

Tatsächlich kann viel falsch gehen. Man könnte Fälschungen oder unautorisiert verkaufte Produkte erhalten. Im schlimmsten Fall können sogar sensible Daten wie Kreditkartennummern gestohlen werden.

Hier müssen Markeninhaber:innen die Initiative ergreifen, da sie am längeren Hebel sitzen. Es ist ihre Aufgabe, ihre Marken und ihre Kundschaft zu schützen.

Unsere Sicht auf die Dinge

Der Trend zu mehr E-Commerce ist kein Phänomen der Corona-Pandemie, er wurde durch sie nur verstärkt.

Während wir bei globaleyez nicht die Zukunft vorhersagen können, so glauben wir doch dass die Beliebtheit von Onlineshopping die Pandemie überdauern wird. Die Bequemlichkeit und die große Auswahl sind für viele Kund:innen unschlagbare Argumente.

Allerdings birgt verstärktes Onlineshopping auch mehr Gefahren. Sollte E-Commerce seinen Siegesmarsch fortsetzen, so müssen sich Marken und Kund:innen mit diesen Gefahren auseinandersetzen, um sie zu erkennen und sich schützen zu können.

Während der "Offline"-Handel rückläufig ist, übernimmt der Online-Verkauf die Führung und das wird sich auch nach der Covid-Pandemie nicht ändern. Dies eröffnet Möglichkeiten für wachsende Gefahren wie Fälschungen, Bilddiebstahl, Graumärkte und andere Probleme, die Marken und Verkäufen schaden.

- Oliver, Geschäftsführer bei globaleyez

"Trashige" Marktplätze - Fälschungen, schlechte Qualität, und Graumärkte

Der Zugang zu Marktplätzen wie Wish oder Aliexpress eröffnet der westlichen Kundschaft den Zugang zu sehr billigen Produkten, meistens aus Asien. Obwohl diese Marktplätze behaupten, alles im Kampf gegen Fälschungen zu tun, so tauchen immer wieder Fälschungen auf, was Kundschaft und Marken gleichermaßen schadet.

Auch wenn man keine Fälschungen erhält, so ist doch die Wahrscheinlichkeit groß, dass die billigen Produkte von Wish nicht gerade den eigenen Qualitätsstandards entsprechen. Wie unsere Testkäufe auf Wish zeigen, erhalten Kund:innen nicht immer das beworbene Produkt.

Neben Fälschungen und der Konkurrenz durch billige asiatische Marktplätze müssen sich Marken auch der Herausforderung des Graumarktes stellen. Wie weiß man als Markeninhaber:in, wo die Produkte verkauft werden?

Große Marken mit verschiedenen Vertriebswegen können nicht jede einzelne Lieferung und jeden einzelnen Verkäufer im Auge behalten - vor allem nicht am anderen Ende der Welt. Doch genau an diesen Orten gehen Lieferungen verloren und die Produkte tauchen auf Marktplätzen auf, auf denen sie eigentlich nicht verkauft werden dürfen.

Der entstehende Umsatzverlust ist schlimm, aber der Imageverlust ist fast noch schlimmer. Auch wenn authentische Produkte verkauft werden, wirken sie auf "trashigen" Marktplätzen doch fehl am Platz.

Hier kommen unsere verschiedenen Services zum Markenschutz ins Spiel. Mit dem Marketplatz Monitoring können Sie entscheiden, welche Länder und Marktplätze wir beobachten sollen. Unsere Software traxster durchkämmt diese Marktplätze und berichtet Ihnen, wo und von wem Ihre Produkte verkauft werden.

Image Monitoring hilft uns dabei, Urheberrechtsverletzungen durch unerlaubtes Verwenden von Bildmaterial Ihrer Marke im Internet ausfindig zu machen. Sind die Verantwortlichen gefunden, helfen wir Ihnen mit unseren Takedown-Maßnahmen gegen verletzende Listings und Fälschungen.

Dies sind nur einige Beispiele unserer vielfältigen Dienstleistungen im Bereich Markenschutz. Besuchen Sie unsere Webseite, erfahren Sie mehr über uns und wählen Sie die Services aus, die Ihrer Marke helfen sollen.

Schlusswort

Markenschutz ist kein Luxus, den sich nur einige Marken leisten können und wollen. Durch das Wachstum von E-Commerce und "trashigen" Marktplätzen wird Markenschutz zur Notwendigkeit. Seien es Fälschungen, Urheberrechtsverletzungen, Graumärkte, oder Vertragsbrüche bei Handelspartnern - Marken sind vielen Gefahren ausgesetzt.

Kontaktieren Sie uns um zu erfahren, wie wir unseren 360° Ansatz auf Ihre Bedürfnisse zuschneiden können.

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