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Ist das das Ende von “Amazon-First”?

Amazon als Partner für Marken - ein leeres Versprechen?

 

Immer mehr renommierte Marken und Produzenten folgten - und folgen noch immer - dem Trend, ihre Waren ausschließlich über Amazon.com anzubieten. Vorreiter war dabei Nike. Viele Marken hofften, die Zufriedenheit ihrer Kunden zu verbessern und ihre Loyalität zu erhöhen, indem sie ihre Verkäufe auf eine Website konzentrieren. Außerdem hofften viele, den Preiskampf zwischen den unzähligen Marktplätzen und Verkäufern zu entschärfen.

Aber: Immer mehr Partnerschaften mit Amazon werden in Frage gestellt oder sogar gekündigt. Erst kürzlich hat Nike die Zusammenarbeit mit Amazon beendet - nach weniger als drei Jahren Zusammenarbeit.

Was ist also schief gelaufen?

Gründe für große Marken, auf amazon.com zu verkaufen

Brauchen Marken wie Nike überhaupt Amazon? Kunden, die auf der Suche nach einem bestimmten Paar Turnschuhen sind, finden und kaufen diese überall dort, wo sie angeboten werden. Renommierte, beliebte Marken werden explizit nachgefragt und brauchen daher Amazon grundsätzlich nicht, um ihren Absatz zu steigern. Auch wenn eine Zusammenarbeit mit Amazon für große Marken unnötig erscheint, gibt es sehr gute Gründe dafür:

1. Kontrolle über den Verkauf

Natürlich konnten Nike-Produkte vor 2017 auf Amazon gekauft werden. Diese wurden von einer großen Zahl von Verkäufern angeboten, die die "Marktplatz"-Funktion von Amazon nutzten. Dies führte natürlich zu einem Preiskampf - die Verkäufer unterboten sich gegenseitig. Das Ergebnis: Kunden fanden Artikel mit enormen Preisunterschieden. Dies führte zu Verwirrung und schmälerte das Vertrauen der Kunden in die Marke selbst.

Durch eine Partnerschaft mit amazon.com erhofften sich viele Hersteller und Markeninhaber, die Loyalität ihrer Kunden zu verbessern und die Angebote unzähliger Marktplatz-Verkäufer zu reduzieren oder sogar zu stoppen.

2. Nicht autorisierte Verkäufer und Fälschungen

Markenrechtsverletzungen und gefälschte Produkte auf Amazon sind heftig kritisiert worden. Durch den direkten und exklusiven Verkauf durch die Markeninhaber selbst an Kunden sollten gefälschte Produkte und nicht autorisierte Verkäufer eingedämmt und blockiert werden.

3. Mehr Kunden erreichen

Große Marken profitieren von der enormen Reichweite von Amazon. Besonders interessant sind Kunden, die prime nutzen: Viele von ihnen kaufen ausschließlich bei Amazon. Schnelle Lieferungen und einfache Rücksendungen spielen dabei eine große Rolle.

Hält Amazon seine Versprechen gegenüber Marken und Produzenten?

Spoileralarm: Leider eher nicht! Was läuft hier schief?

In der Begründung für den Rückzug von Amazon ist Nike eher zurückhaltend: Die Marke konzentriert sich auf den direkten Kontakt zum Kunden und hofft, so die Zufriedenheit und Loyalität der Kunden zu erhöhen. Aus diesem Grund hat Nike beschlossen, mehr Arbeit in den eigenen Online-Shop zu stecken.

Damit erkannte Nike die Bedeutung des direkten Online-Kundenkontakts. Bei Amazon ist dies fast unmöglich. Kundeninformationen werden den Verkäufern auf dem Marktplatz weitgehend vorenthalten. Es hat sogar den Anschein, dass diese Daten zur Weiterentwicklung von Amazons eigenem Angebot verwendet werden. Auf diese Weise wird Amazon zu einem direkten Konkurrenten der Verkäufer auf ihrer eigenen Plattform.

Aus unserer Sicht bekämpft Amazon Fälschungen und Markenverletzungen immer noch nicht konsequent genug. Dies hat bereits dazu geführt, dass auch Birkenstock Verkäufe über Amazon eingestellt hat.

Wie ist nun aber die Absicht von Marken zu bewerten, Amazon als exklusive Verkaufsplattform für die eigenen Produkte zu nutzen um so dem Preisdumping unzähliger Zwischenhändler auf Online-Marktplätzen Einhalt zu gebieten?

Hier wurde nicht nur Nike schwer enttäuscht: Die Zahl der Verkäufer von Markenprodukten wurde kaum reduziert, und blockierte Verkäufer tauchten einfach unter neuem Namen wieder auf.

Noch gravierender ist, dass Markeninhaber oft ein schlechteres Ranking erhalten als andere Verkäufer. Dies ist auf die hohe Bedeutung der Bewertungen bei Amazon zurückzuführen: positive Bewertungen haben einen großen Einfluss auf die Kaufentscheidung. Die Anzahl der positiven Bewertungen ist entscheidend, wenn es um das Ranking bei Amazon geht. Das Problem dabei: Verkäufer, die auf Amazon präsent waren, haben bereits Tausende von Bewertungen gesammelt, während die Produzenten - in diesem Fall Nike - von ganz unten anfangen.

Fazit

Es gibt viele Argumente für und gegen Amazon. Ob die große Reichweite und das Kundenvertrauen triftige Gründe für eine Partnerschaft sind, ist eine Entscheidung, die der Produzent selbst treffen muss.

Wir können Sie mit unserem Marktplatz Monitoring und Marktplatz Sales Tracking dabei unterstützen, den Überblick über verschiedene Marktplätze zu behalten. Damit wissen Sie immer, wo und wie Ihre Marke neben Ihren Direktverkäufen abgesetzt wird.

  • Auf welchen Marktplätzen werden Ihre Waren angeboten?
  • Welche Verkäufer verkaufen wo und wie viel von Ihrer Marke?
  • Wie viel wird verkauft und wie hoch ist die Wahlbeteiligung?
  • Zu welchen Preisen werden Ihre Waren angeboten?

Durch erprobte Methoden, den Einsatz von spezifizierter Software und die Durchführung von Testkäufen erhalten Sie einen detaillierten Einblick bis hin zur Aufspürung von Fälschungen.

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