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1600 gefälschte Bankkonten entdeckt

Die Smartphone-basierte Bank N26 ist in einen weiteren Skandal um gefälschte Konten verwickelt, die auf Online-Marktplätzen und zur Geldwäsche genutzt werden. Erfahren Sie, wie Sie Ihre Marke vor dieser Bedrohung schützen können.

Zahlungen per Knopfdruck. Es ist so einfach, Ihre allgemeinen Rechnungen, die gerade bei Amazon bestellte Kaffeemaschine, oder Ihre neuen Lieferanten mit wenigen Fingertipps auf Ihrem Smartphone zu bezahlen. Aber sind Sie wirklich sicher, wen Sie da eigentlich bezahlen?

Leider dient die Benutzerfreundlichkeit der Smartphone-Bank N26 nicht nur ehrlicher Kundschaft, sondern entpuppt sich auch als gute Gelegenheit für Betrüger:innen. So ist N26 mal wieder ins Rampenlicht gerückt.

Was ist N26?

N26 wurde 2013 gegründet und ist eine Online-Bank mit Sitz in Berlin, Deutschland. Sie verfügt über die meisten Funktionen einer herkömmlichen Bank: Kund:innen können Girokonten und Kreditkarten (auch physische) nutzen, Zahlungen senden und empfangen usw., aber sie tun dies alles online, über ihre Smartphone-Banking-App.

N26 verfügt über eine europäische Banklizenz, und auch die EU-Richtlinien zum Schutz von Einlagen bis zu 100.000 Euro gelten für die Kundschaft von N26. Darüber hinaus bietet die Smartphone-basierte Bank ihren Nutzer:innen ein Höchstmaß an Sicherheit, einschließlich der 3D-Secure-Technologie. N26 ist in verschiedenen Regionen der Welt verfügbar, darunter in der EU, der Schweiz, Großbritannien, den USA und Brasilien.

Die Bank wirbt mit ihrer Benutzerfreundlichkeit und schnellen Prozessen. Tatsächlich sollen die Kund:innen in der Lage sein, innerhalb von 8 Minuten ein kostenloses Bankkonto zu eröffnen. Kein Wunder, dass auch Betrüger:innen N26 für sich entdeckt haben.

Ein Screenshot der Homepage von n26.com
Ein Screenshot der Homepage von n26.com

Leicht zu nutzen, leicht auszunutzen

N26 bewegt sich schon länger in der Welt der Skandale um betrügerische Konten. Bereits 2019 wurde in den Nachrichten über mehrere hundert gefälschte Konten berichtet, die für Geldwäsche und E-Commerce-Betrug genutzt wurden.

Nun scheint sich die Geschichte zu wiederholen, nur in einem noch größeren Ausmaß. Wie das deutsche Handelsblatt berichtet, wurden im Zeitraum zwischen Mai 2019 und Juli 2021 nicht weniger als 1600 gefälschte Konten eingerichtet. Die meisten dieser Konten scheinen von Fake-Shops und betrügerischen Verkäufer:innen auf eBay genutzt worden zu sein.

Die Liste wurde auf der Grundlage von Informationen erstellt, die aus öffentlich zugänglichen Kundennachrichten in verschiedenen Internetforen, z. B. auktionshilfe.info, und Datenlecks stammen.

Obwohl N26 sich weigerte, Informationen über seine Kontoinhaber:innen weiterzugeben, bestätigte ein Sprecher, dass die Liste N26-Konten enthält, die des Betrugs verdächtigt und in den meisten dieser Fälle bereits geschlossen wurden. Die genaue Anzahl der fraglichen N26-Konten wurde jedoch nicht genannt.

Auf dem Prüfstand

N26 hat in den letzten Jahren einen Kundenzuwachs erlebt, der zumindest teilweise auf die Coronavirus-Pandemie und ihre Auswirkungen auf den E-Commerce und das physische Bankgeschäft zurückzuführen ist. Die Zahl von 3,5 Millionen Kunden:innen im Jahr 2019 hat sich bis Anfang 2021 auf 7 Millionen verdoppelt. Ein bedeutender Teil dieses Wachstums, nämlich 2 Millionen Kunden:innen, hat sich dabei innerhalb von nur 12 Monaten angemeldet.

Offenbar handelte es sich bei vielen dieser Neukund:innen um Betrüger:innen mit unlauteren Absichten. Diese Absichten bestehen in der Regel darin, Marken und Kundschaft durch den Verkauf von IP-verletzenden Produkten zu betrügen, oder das E-Commerce-Geschäft als Tarnung für andere illegale Aktivitäten wie Geldwäsche zu nutzen. Oder vielleicht sogar beides.

Zahlungen machen einen wesentlichen Bestandteil in diesem Prozess aus, aber es wird immer schwieriger, ein Mittel für nicht zurückverfolgbare Zahlungen einzurichten. Da dem Sektor verschiedene KYC-Vorschriften auferlegt wurden, müssen sich Betrüger:innen neue Wege einfallen lassen, um ihre Zahlungen zu organisieren.

In seinem investigativen Artikel hat das Handelsblatt eine Umfrage bei verschiedenen deutschen Behörden über die Anzahl der betrügerischen Konten bei verschiedenen Finanzinstituten durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass von 362 Geldwäscheanzeigen im Bundesland Brandenburg 42 Täter:innen Kund:innen der N26 waren. In einem anderen Bundesland, Niedersachsen, war jeder zehnte Geldwäschefall mit einem N26-Konto verbunden.

Bild von 200-Euro-Scheinen, die an einer Wäscheleine trocknen
Bild von 200-Euro-Scheinen, die an einer Wäscheleine trocknen

Das bedeutet, dass N26 zu den Banken mit der höchsten Rate an betrügerischen Konten gehört. Woran kann das liegen? Diese Frage ist schwer zu beantworten, aber der einfache Registrierungsprozess, ist sicherlich einer der Hauptgründe. Außerdem liegt der Verdacht nahe, dass die Art und Weise, wie N26 seine Kundschaft überprüft und identifiziert, unzureichend ist.

Die BaFin, die deutsche Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, hat N26 auf das Problem aufmerksam gemacht und die Bank aufgefordert, strengere Maßnahmen gegen Geldwäsche auf der Plattform zu ergreifen. Um die Angelegenheit voranzubringen, hat die BaFin einen Sonderbeauftragten zu N26 geschickt, der die Fortschritte in diesem Bereich überwachen soll.

Zahlungen schützen, Marken schützen

Wir von globaleyez hoffen aufrichtig, dass N26 seine Bemühungen verstärken und wirksame Barrieren einführen wird, die Betrüger:innen daran hindern, Konten einzurichten. Aber wir wissen aus Erfahrung, dass dies eine Weile dauern kann. Wenn Ihre Marke nicht so lange warten kann, hat globaleyez die perfekte Lösung für dieses Problem.

Zahlungen sind für Online-Markenschutzexpert:innen ein wirksames Mittel bei der Investigation. Die Verfolgung des Geldes hat uns schon unzählige Male geholfen, Betrüger:innen und ihre IP-verletzenden Angebote zu enttarnen.

Auch wenn das Nachverfolgen einer Zahlung für eine Marke schwierig sein mag, ist es einer der wichtigsten Bestandteile unserer Arbeit als Markenschutzexpert:innen. Wir arbeiten hervorragend mit mehreren Zahlungsanbietern zusammen und können sogar die Entfernung betrügerischer Zahlungsmittel sicherstellen. Unsere umfassenden Services sind hochgradig skalierbar und werden exakt an die Bedürfnisse unserer Kunden angepasst.

Warten Sie nicht darauf, dass N26 endlich seine Probleme in den Griff bekommt. Lassen Sie globaleyez IP-verletzende Online-Listings und betrügerische Zahlungen für Ihre Marke aufspüren und beseitigen. Kontaktieren Sie uns und teilen Sie uns die spezifischen Probleme Ihrer Marke mit.

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